Tanz der Schatten

yerina

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mixed thoughts

Schon komisch. Da liest man einige Tage lang vorwiegend Dinge auf englisch und schon hat man oder zumindest ich Probleme, auf deutsch zu denken. Nein, deutsch ist meine Muttersprache aber ich mag die englische Sprache. Manche Worte fehlen mir im deutschen einfach. Aber jetzt hier zu sitzen und erstmal mental zu übersetzen, was man gerade so gedacht hat, ist schon sagen wir mal seltsam. Oder bekloppt? Keine Ahnung. Nicht drüber nachdenken, einfach freuen, daß man eine Fremdsprache doch offensichtlich weit genug beherrscht, um in dieser Sprache denken zu können. Oder auch träumen, zumindest was die letzte Nacht angeht. Nein, kein Scherz. Das kommt davon, wenn man sich halbe Nächte damit um die Ohren schlägt, teilweise sogar extrem gute Harry-Potter-fanfics durchzulesen. Was man nicht alles tut, um nicht schlafen zu müssen bzw. einfach so müde zu sein, daß man nur noch ins Bett fällt und nicht mehr nachdenkt. Wen es interessiert, dieses spezielle kann ich wirklich empfehlen. auch wenn Romantiker bitte die letzten beiden Kapitel weglassen. Snape gets his

Warum ich das will? Eigentlich recht einfach, auch wenn es vermutlich wie aus einem schlechten Film klingt. Zweimal sexuelle Belästigung am selben Tag läßt einen doch eigentlich eher auf versteckte Kamera schließen, oder? Und ja, ich habe wirklich danach gesucht. Genauso wie nach dem Schild "betatsch mich" auf meinem Rücken oder sonst irgendetwas, das männliche Wesen hätte anstacheln können. Tatsache ist aber, es war weder ein für mich sichtbares Schild da noch eine Kamera noch verdammt nochmal ein Ausschnitt oder sonst irgendetwas, daß das männliche Auge dazu verleiten könnte, dem Gehirn völlig falsche Botschaften zu vermitteln. Nicht daß das auch nur im geringsten eine Rechtfertigung oder auch nur ein Grund wäre, grundsätzliche Regeln des menschlichen Miteinanders dermaßen zu übergehen.
Aber was ist passiert? Tja, abgesehen von den tatsächlichen Fakten frage ich mich das immer noch. Ich war bei einem Bewerbungsgespräch Freitag mittag. Gut, es hat geregnet, als ich aus dem Haus bin. Und als ich von der UBahn aus zu der Firma bin. Natürlich ohne Schirm. Sowas findet man nie, wenn man es nach 3 Jahren nicht benutzen und einem Umzug dazwischen mal braucht. Aber immerhin mit Jacke. Da es ein Bewerbunsggespräch für Büroarbeit war, natürlich auch nicht im tief ausgeschnittenen Oberteil mit Mini oder so. Davon abgesehen, daß ich niemals einen Mini anziehen würde. Ich hab einen Spiegel und bin auch in der Lage, das Bild darin zu erkennen. Schlichte naturfarbene Bluse mit Stickerei ton-in-ton. Hochgeschlossen bis auf den obersen Knopf am Hals. Und schlichte schwarze Hose, schlichte Schuhe. Business halt, nicht mehr und nicht weniger. Tja, anscheinend schon zu viel, da es den typen, mit dem ich das Bewerbungsgespräch führen sollte, nicht davon abgehalten hat, mir schon beim Handschütteln zur Begrüßung ins Dekoltee zu fallen. Nur, daß da keins war. Aber ok, ohne der männlichen Population im allgemeinen zu nahe treten zu wollen, ab einer gewissen Menge Oberweite scheint das Standart zu sein. Vielleicht sollte ich mir doch noch nen Shirt zulegen, auf dem ein entsprechender Kommentar in entsprechender Höhe ist. Auch wenn es immens irritierend ist, beim Reden grundsätzlich einen Blickkontakt zwischen Oberweite und Gesprächspartner zu haben. Wie auch immer, wenn es bei dem starren geblieben wäre, hätte ich damit ja leben können. Aber nein, der Typ packt mir an den Hintern, als er mir ne Tür aufhält. Unmißverständlich. Danke. Sexuelle Belästigung beim Bewerbungsgespräch ist doch mal was neues. Nur leider bin ich da nicht der Opfertyp. Irgendwie glaube ich nicht, daß die Aufforderung, derartiges doch beim nächsten Polizeirevier fortzusetzen, besonders positiv auf eine mögliche Anstellung in einer Firma wirkt. Nicht, daß ich eine Anstellung in dieser speziellen Firma noch wollen würde. Und eigentlich ist es schade, daß ich nicht dem ersten Impuls nachgegeben und einmal kräftig zugetreten habe. Aber man ist ja zivilisiert. Und hat keine Lust auf eine Anzeige wegen Körperverletzung. Und das wäre es wohl geworden. Nachhaltiger Art.
Gut, Firma verlassen, Tag als "scheiße" abgestempelt, quer durch strömenden regen 3 Busstationen bis zum nächsten McDoof gelaufen. Eis mit Schokosauce. ach was, wer will schon das Eis? Schokosauce. Nur leider haben die das miverstanden, ich hatte also Eis mit Schokosauce. Gut, kein Problem. Noch ein bißchen Frustshopping, Handyrechnung in die Höhe treiben und dann ab nach Hause. Immer mit dem Gedanken "heute abend Vampire. Der Tag kann nur besser werden". Sollte man meinen. Wenn da nicht erwähntes für mich unsichtbares Schild gewesen wäre.
Leicht zu merken, das ganze regt mich immer noch auf. Vermutlich auch nur verständlich und immerhin, ich schreibe es auf. Und spreche darüber. Das ist vermutlich ein Fortschritt.
Gut, erwähntes Handyrechnung in astronomische Höhen treiben setzte sich bis zu meiner Haustür fort. Was auch der Grund war, warum ich etwas unvorsichtig war. Das und die Tatsache, daß man nicht erwartet, im eigenen Hausflur am hellichten Nachmittag Opfer einer weiteren sexuellen Belästigung am selben Tag zu werden. Soviel zu logischen oder zumindest bisher verläßlichen Schlußfolgerungen. Ohne irgendwen jetzt angreifen zu wollen, es war ein Schwarzafrikaner, er schlüpfte hinter mir durch die Haustür wobei er noch zu irgendwem am Telefon meinte, er wäre jetzt gleich da. Und im ersten Stock, also um genau zu sein auf dem zweiten Treppenabsatz packt mich der Kerl von hinten, drückt sich an mich und .. keine Ahnung, was. Das war der Moment, an dem sein Gesicht nähere Bekanntschaft mit meiner Handtasche und meiner Jacke gemacht hat. Nachdem ich irgendwie in derselben Bewegung auf Abstand bin, mich rumdreht hab und zugehauen. Nur hatte ich wie erwähnt eben Handtasche und Jacke in der Hand. Auch hier wäre präzises Zutreten eine echte Alternative gewesen, aber mangels sicherem Stand leider nicht durchführbar. Und was macht der Kerl? Er hat die Frechheit, mir zu erklären "ich könnte ihn gerne weiter ohrfeigen, aber er hätte nicht anders gekonnt, ich hätte so nen tollern Hintern und er hätte nicht gewußt, wie er mich ansprechen soll und er wäre ja auch gut bestückt...."
HALLO???? Sind wir irgendwo in einer total bescheuerten Zeitlinie und auf einem Planeten am anderen Ende jeden menschlichen Verstandes? Eigentlich schade, daß ich nicht die Polizei gerufen habe. Andererseits, mit dem Kerl im selben Treppenhaus warten, bis die eintreffen... und dann erklären, warum er bis dahin vermutlich zum Eunuchen geworden wäre. Nein. Auch wenn die Aussicht mit dem Eunuchen wirklich hübsch ist. Aber immerhin, die nächsten Tage wird er noch Spaß haben. Gesicht contra Reißverschluß an meiner Tasche ergab einen recht eindeutigen Sieger nach Punkten.
Das frustrierende dran, (wie gesagt ohne irgendwen hier generell anprangern zu wollen und immer unter Rücksicht darauf, daß ich auch einige Gegenbeispiele kenne) es scheint inzwischen Volkssport mancher Bevölkerungsgruppen geworden zu sein, den Aufenthalt im Freien oder in öffentlichen Beförderungsmitteln für weibliche Wesen so unschön wie möglich zu gestalten. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich schon eine Bushaltestelle früher ausgestiegen bin, weil ich zu recht angenommen habe, daß jemand mir folgen möchte. Und wie oft ich dann noch schnell was einkaufen bin bis selbiger Typ dann keine Lust mehr hatte. Oder bei fast leeren Bussen und U-Bahnen sich männliche Wesen möglichst dicht neben einen stellen oder setzen. Oder das beliebte "sie hat den Blick nicht auf den Boden geheftet, sie hat mich angemacht". Nein, habe ich nicht. Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen dem studieren einer Übersichtskarte von Haltestellen oder meinetwegen auch eines Werbeplakates und einem Flirten. Oder erst recht einer Aufforderung zu ansprechen und verfolgen. Und auch ein plötzlicher Halt des Busses ist wirklich keine Entschuldigung dafür, sich an meinem Hintern oder sonstwo an mir festzuhalten. Und nichtmal ein voll besetzter Bus ist eine Entschuldigung dafür, gewisse Teile der männlichen Anatomie an weiblichen Wesen zu reiben. Oder eine Frau trotz wiederholten deutlichen "laß mich in Ruhe" mit verdammt schlechten Lügen ala "du bist eine unglaublich tolle Frau, laß uns einen Kaffee trinken gehen und gib mir deine Telefonnummer" nach 2 Sekunden zufälligen Blickkontakt in der Ubahn zuzulabern. Frei übersetzt mit "du siehst so aus, als würdest du eh keinen abkriegen, also laß uns heiraten, ich krieg meine Aufenthaltserlaubnis und du zumindest hin und wieder nen Mann". Sorry, Jungs, auch wenn ich keine Modelmaße habe, ich bin weder verzweifelt noch nymphomanisch veranlagt, daß mir das alles gefallen würde. Tut mir leid, aber all das bestärkt mich immer mehr darin, die Finger von jedem männlichen Wesen zu lassen, daß auch nur Ansätze von Heterosexualität zeigt. Oder zumindest von gewissen Bevölkerungsgruppen, da solche Verhaltensweisen leider und so ungern ich das sage anscheinend doch vermehrt bei Männern auftreten, die in bestem Schubkastendenken in die Bereiche Südländer und Schwarzafrikaner fallen.

Was allerdings der größte Müll dabei ist: irgendwo im Hinterkopf ist trotzdem diese kleine Stimme, die einen fragt, ob man nicht dazu angestachelt hat. Die einen fragt, was man anders machen sollte, damit sowas nicht mehr vorkommt. Und die man auch mit wiederholtem und logisch völlig begründeten "nichts, es ist wirklich nicht deine Schuld" zum Schweigen bekommt.
23.8.06 22:48





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